30.10.2019 - Gegen das Vergessen - Ausstellung

Frank Beckert, Ingeborg Höting, VHS-Direktor Dr. Nikolaus Schneider, Josef Balke, Ulrich Söbbing, Elisabeth Hüls und Berthold te Vrügt.

Ausstellung in Stadtlohn - 500 Euro Spende

Schicksale jüdiger Familien

Wenn es noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ein großes gesellschaftliches Problem in Deutschland sind, dann hätte das Wahlergebnis aus Thüringen, wo die AfD mit Spitzenkandidat Björn Höcke auf 24 Prozent der Stimmen kam, dazu getaugt. Stadtlohn Unter dem Eindruck dieses Ergebnisses stand auch das Pressegespräch am Montag, zu dem die VHS eingeladen hatte, um auf eine Ausstellung aufmerksam zu machen, die vom VHS-Arbeitskreis zur jüdischen Geschichte in Stadtlohn konzipiert und vorbereitet wurde. Ab dem 9. November sind im Atelier Salamander an der Dufkampstraße 15 RollUp-Banner zu sehen, auf denen an die Schicksale der jüdischen Familien in Stadtlohn erinnert wird.

Seit rund zehn Jahren forscht der Arbeitskreis unter der Leitung der Historikerin Ingeborg Höting in der jüdischen Geschichte in Stadtlohn. „Wir lesen alte Schriften, sprechen mit Zeitzeugen oder deren Angehörigen und haben auch Kontakte ins Ausland“, beschreibt Höting die aufwendige Arbeit. Hervorgegangen ist aus der Arbeit des Arbeitskreises unter anderem die Verlegung von 30 Stolpersteinen an den ehemaligen Wohnstätten der jüdischen Mitbürger. Die aufwendige Arbeit musste jetzt für die Darstellung auf den RollUps drastisch gekürzt werden. Darin bestand die eigentliche Vorbereitung. „Ich habe Vorschläge eingebracht und dann haben wir über Worte und Formulierungen diskutiert“, schildert Arbeitskreismitglied Josef Balke, ehemaliger stellvertretender Schulleiter an der Herta Lebenstein-Realschule, das Prozedere.

Entstanden sind letztendlich 15 Banner, auf denen neben den Schicksalen der jüdischen Familien auch allgemeine Informationen zum jüdischen Leben in Stadtlohn dargestellt sind. Über einen QRCode kann man sich eine App herunterladen, die von Frank Beckert entwickelt wurde und die weiterführende Informationen liefert. Das besondere Format der Ausstellung ermöglicht es auch, dass sie komplett oder in Teilen an anderen Orten, zum Beispiel in Schulen, verwendet werden kann. Das ganze Projekt zieht natürlich Kosten nach sich, die von zahlreichen Sponsoren aufgefangen werden. Neben beiden Stadtlohner Kreditinstituten machen sich auch die Stiftung Aktive Bürger, der Rotary Club, der Heimatverein und der Förderverein der VHS für das Projekt stark und tragen so dazu bei, dass ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte nicht vergessen wird. 

(Quelle: Der Stadtlohner)