06.04.2017 | Stifterversammlung - Stiftung stützt das Gemeinwohl

Stiftung Aktive Bürger - Unterstützt Bücherei Stadtlohn

Versammlung in Borkenwirthe

Im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre gab die seit 2004 bestehende Stiftung Aktive Bürger Borken, Stadtlohn und Umgebung jeweils 20.000 Euro für gemeinnützige Projekte aus. „Lebensqualität fördern und das Zusammenleben stärken – unser Anspruch und unsere Ausrichtung“, bekräftigte Stiftungsvorsitzende Elisabeth Hüls während der turnusmäßigen Versammlung im „Büdeken“ in Borkenwirthe.

Da passten punktgenau die Ausführungen von Aloys Fasselt: Der Borkenwirther berichtete, wie „bürgerliches Engagement im Ortsteil Borkenwirthe“ vor 70 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs ausgesehen habe. Damals war Aloys Fasselt sechs Jahre alt. Anschaulich, ausführlich und informativ erzählte er, wie die Heilig-Kreuz-Kirche nach Bombenangriffen im Jahr 1943 ab 1947 erbaut wurde – zum Teil wurden mit Spenden aus der Landwirtschaft wie Speck, Fett, Kartoffeln, Eiern oder Schnaps Baumaterialien bezahlt. Alle hätten zusammengehalten: „Not nährt Beten. Not schweißt zusammen“, sagte der Borkenwirther Poahlbürger. Und damals wie heute sei umso wichtiger: „Gemeinschaften müssen funktionieren.“ Borkenwirthe sei ein exemplarisches Beispiel „für einen starken Zusammenhalt“, ergänzte Geschäftsführerin Silvia Frechen: „In Borkenwirthe gibt es ein enormes Engagement, und das leben wir als Stiftung.“

Das „Büdeken“ war nicht zufällig als Treffpunkt ausgewählt worden: 1620 Euro hatte die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Borkenwirthe für die Anschaffung von Instrumenten im Dezember erhalten, und das Jugendorchester mit 25 musikalischen Talenten unter der Leitung von Stefan Lansmann-Niehaus überzeugte schwunghaft die Gästeschar, dass das Geld gut angelegt scheint.

19 kleinere Projekte wurden im vergangenen Jahr mit Summen zwischen 500 und 1820 Euro bezuschusst – für Vereine, Gruppen und Gemeinschaften jeweils eine große Sache. Das summierte sich auf 19.248,21 Euro, führte die Vorsitzende Elisabeth Hüls vor gut 50 Gästen aus, darunter Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing. Gefördert werden Borken und Stadtlohn sowie die engere Region um diese beiden Kommunen – das hat historischen Ursprung und leitet sich aus den damaligen Volksbanken Borken und Stadtlohn ab, später zusammengeschmolzen zur heutigen VR-Bank Westmünsterland. Als Gründungsstifterin gab sie 100.000 Euro.

Bis Ende 2016 ist das Stiftungsvermögen auf nun 625.940,77 Euro angewachsen. Gleichwohl muss auch die Stiftung Aktive Bürger kreativ bleiben, um das Vermögengewinnbringend anzulegen – angesichts historisch niedriger Guthabenzinsen. Silvia Frechen: „Wir haben das Geld gut angelegt, schauen aber immer nach konservativen Alternativen, um den Wert zu erhalten und zu erhöhen.